Nach alten Überlieferungen zufolge hat sich diese schaurige Geschichte im Roten-Wald zwischen Mönchweiler,Königsfeld und Peterzell abgespielt.

 

Der Tod der Schorenwirtin

Nicht nur aus alten mündlichen überlieferten Erzählungen, sondern auch aus amtlichen Protokollen vergangener Jahrhunderte erfährt man von mancherlei Aberglauben, Hexerei und Teufelsbeschwörungen in der näheren Heimat. Da raunt der "Rote Wald" bei Mönchweiler geheimnisvoll von den Sagen um die längst verfallene "Rote Mühle". Schauerliche Geschich ten erzählt man sich noch heute auf den Höfen des Waldes von dieser Mühle, in der der leibhaftige Beelzebub das Korn der Bauern gemahlen haben soll. Schatzgräber suchten lange Zeit vergeblich in den drei heiligen Nächten den sagenhaften Schatz des "Roten Müllers", der sich des Geldes wegen, dem Teufel verschrieben hatte. So wird berichtet, dass die Pferde des Bauern wild schäumten, wenn sie in die nähe der "Roten Mühle" kamen. Nur in den heiligen drei Nächten hatte der teuflische Müller keine Macht über sie. Als der Herbst des Lebens für den "Roten Müller" heran kam, fühlte er sich immer elender, denn er durfte nicht sterben, bevor der Teufel nicht eine Seele gefunden hatte, die sich ihm verschreiben würde. Durch Geld und List, so will es die Sage wissen, machte sich der Müller bei seinen wüsten Gelagen im Schoren, die junge Schorenwirtin gefügig. Seit jener Zeit habe sie Macht über die Menschen gehabt, raunte man sich auf den einsamen Höfen des Schwarzwaldes zu, und wer irgendwelchen Kummer hatte, sei es in Liebesangelegenheiten oder in Gelddingen, kam zu ihr. Viele Gäste brachte die Post, die einst auf dem Weg vom Rößle auf dem Schoren noch kurze Vorspann brauchte. Sie alle wollten von ihr Ratschläge haben, denn auch in Fragen der Gesundheit wusste sie Bescheid. Der Bergspiegel der Schorenwirtin enthüllte ihre Geheimnisse, flüstert man sich zu. Das Amtsprotokoll der Stadt St. Georgen aus dem Jahre 1753 berichtet am 16. November vom Tod der Schorenwirtin. Der Hofbauer und der Heiler Christian Fichter vom Föhrenbächle wurden vom hiesigen Vogtsgericht wegen Verabreichung unerlaubter Arzneimittel verhört, da die Schorenwirtin gestern schnell gestorben ist. Christian Fichter gab folgendes zu Protokoll: Die Schorenwirtin habe ihm einen Boten geschickt und inständig um Mittel bitten lassen, die er, als sein Weib krank gelegen, von Dr. Reuß in Sulz erhalten habe und seinem Waib geholfen hätten. Fichter erhielt deswegen eine Strafe von 20 Talern und drei Kreuzern. Der Schorenwirt gab über den plötzlichen rätselhaften Tod seiner Frau folgendes zu Protokoll: Er habe im Laufe der Zeit für die Krankheit seiner Frau 200 Gulden ausgegeben und da niemand helfen konnte, habe ihm der Vogt von Langenschiltach, Martin Bäuerle, geraten, den Heiler Christian Fichter aufzusuchen, der bestimmt helfen konnte. Auf die Frage des St. Georgener Vogtes Haas, ob es wahr sei, wie die Leute erzählen, seine Frau vom Teufel besessen gewesen sei, erwiderte der Schorenwirt Lehmann, dass dies nur zu wahr gewesen sei. In einem Bericht an das Pfarramt in Mönchweiler erklärte der Schorenwirt, seine Frau habe grausame Flüche ausgestoßen und immer wieder nach dem Teufel gerufen, der sie holen sollte. Einer alten Überlieferung zufolge soll, als man mit dem Sarg der Schorenwirtin geweihte Erde betrat, aus heiterem Himmel plötzlich ein heftiges Gewitter niedergegangen sein. Es habe gedonnert, dass man hätte glauben müssen die Welt ginge unter. Als man den Sarg in die Grube senken wollte, sei der Holzkasten kopfüber hinabgestürzt. In diesem Moment habe der Donner aufgehört, und das Gewitter sei so schnell verschwunden wie es gekommen sei.

 

Die Chronik der Rotwald-Deifel wurde nach alten Überlieferungen niedergeschrieben. Nachzulesen auch im Stadtarchiv der Stadt St. Georgen, bearbeitet von Dr. Josef Fuchs aus Villingen.

 

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